Geschichte

Chronik des Carneval Club Fürstenhagen 1972 e.V.

Langjährige karnevalistische Aktivitäten der meisten Fürstenhagener Ortsvereine ließen am Fastnachtsdienstag 1971 bei einem Treffen, karnevalsbegeisterter Freunde im "Café Bachmann", an deren Spitze Peter Frankenstein stand, den Gedanken auf kommen, einen eigenständigen Karnevalsverein zu gründen. Man trennte sich mit dem Versprechen, diesen Gedanken zu vertiefen und vereinbarte eine weitere Zusammenkunft zum Fastnachtsdienstag 1972. Das gegebene Versprechen wurde gehalten; und mit der Eröffnung eines Kontos unter dem Namen "Karneval Club Fürstenhagen" war der erste Schritt zur Vereinsgründung getan. Hieran waren beteiligt Peter Frankenstein, Wolfgang Liekmann, Rainer Seitz, Dieter Neugeboren, Herbert Eckhardt, Hubert Blumenstein, sowie die bereits verstorbenen Hans Sedlatschek, Horst Heinemann, Helmut Schmidt und Helmut Achler. 

Am Fastnachtsdienstag 1973 - die Runde trug schon einheitliche Mützen, die aus Zeitungspapier gebastelt waren - wurden deftig-humorige Reden geschwungen und die Trinkfestigkeit der Anwesenden getestet. Beim nun schon traditionellen Fastnachtstreffen 1974 gab es bereits Stoffmützen und die Runde beschloss, nunmehr auch die nötigen Jacken anzuschaffen. Und dann schritt man zu Tat: Am 29. März 1974 wurde im Café Bachmann, Fürstenhagen, von 13 Karnevalsfreunden der Carneval Club Fürstenhagen - kurz CCF genannt - gegründet. Unter der Leitung des bestellten Wahlausschusses Helmut Achler, Karl Heinz Dusenberg und Gerhardt Mensch wurden folgenden Personen in den Vorstand gewählt: 1. Vorsitzender: Peter Frankenstein, 2. Vorsitzender: Herbert Eckhardt, Kassierer: Wolfgang Liekmann, Schriftführerin: Hiltrud Appel und Publikationsrat: Hubert Blumenstein. Die ersten Kassenprüfer waren Helmut Jentsch und Richard Hüller. - Bereits am 11.11. des gleichen Jahres startete der junge Verein seine erste Karnevalssitzung mit kleinem Programm in seinem Vereinslokal, dem Café Bachmann. Die Mitwirkenden der Elferrat mit seinem Sitzungspräsidenten Herbert Eckhardt, Büttenredner und "Die Bänkelsänger" ließen erste Proben ihres Könnens auf blitzen.

Sehr bald stellte man fest, dass man in eine "Marktlücke" gestoßen war und so ging es unter der Leitung des sehr aktiven Vorsitzenden Peter Frankenstein flott zur Sache. Man beteiligte sich an Karnevalsveranstaltungen der Festgemeinschaft "Lossetal" Fürstenhagen, an der Rathausstürmung der Blauen Funken von Guxhagen, richtete zweimal die "Europa-Kirmes" aus, durch und beteiligt sich am Heimatfest 1975 in Hessisch Lichtenau. In diesem Zeitraum wurden auch die Weichen für eine Reihe dauerhafter Veranstaltungen gelegt, so zum Beispiel für das CCF-Kinderfest, welches mittlerweile dem CCF Familienfest gewichen ist, das von nun an in jedem Jahr stattfand.

In der Session 1975/76 stellte sich der CCF erstmals mit eigenem Programm unter der Leitung des Sitzungspräsidenten Hans Hofmann in der Mehrzweckhalle Fürstenhagen vor. Mit ersten Auftritten im südlichen Niedersachsen wurde der Versuch unternommen, den Fürstenhagner Karneval über die Kreis- und Landesgrenzen hinaus vorzustellen.

Die Mitgliederzahlen stiegen nun ständig, vor allem die der Jugendlichen. So konnte man bereits am 05. Mai 1976 einen Spielmanns- und Fanfarenzug gründen, dem 80, zumeist jugendliche Spielleute, angehörten, und der unter der Leitung von Helmut Reimann stand. Als CCF Spielmanns- und Fanfarenzug gegründet, wurde seit 1985 in einen Musikzug umfunktioniert. Der Musikzug stand bis zu seiner Auflösung im Jahre 1992 unter der Leitung von Dieter Reiß und hatte sich einen guten Namen mit Auftritten in Fürstenhagen und Umgebung erworben. Die Auflösung des Musikzuges war ein schwarzer Tag für den Verein, der eine nicht zu schließende Lücke hinterlassen hat. Erfreulicherweise wurde der Musikzug im Jubiläumsjahr 1994 wieder ins leben gerufen, musste aber 2007 seine Aktivitäten, die auf Saalveranstaltungen beschränkt waren, mangels Nachwuchses wieder einstellen.

Bereits in den Anfangsjahren des Spielmannszuges fanden sich Musik begeisterte zusammen und gründeten eine Kapelle, die CCF Combo. Diese Combo bestand, unter der Leitung von Dieter Reiß, bis zur Kampagne 1985/86. Seit der Session 1993/94 haben wir wieder eine Hauskapelle, die sich wiederum aus ehemaligen Mitglieder, des 1992 aufgelösten Musikzuges zusammensetzt, auch diese nannt sich CCF Combo. Wegen beruflicher Veränderungen und mangelnden Nachwuchses löste sich diese Combo wieder auf.

Infolge eines hohen Anteils von weiblichen Aktiven unter den Mitgliedern konnte man inzwischen auf so viele Garden, Gruppen und Solisten zurückgreifen, dass man in der Lage war mehrstündige Veranstaltungen in eigener Regie zu absolvieren. In diesem Zusammenhang war die Proklamation des ersten Fürstenhagener Prinzenpaares Jutta I. (Reiß) und Michael I. (Göldner) am 12.11.1976 eine logische Folgerung. Eine äußerst gelungene Kampagne schloss sich an, die ihren Abschluss und Höhepunkt im ersten Fürstenhagner Rosenmontagszug fand. Der Beitritt von Dr. Ernst Froelich, dem damaligen Chefarzt, des Krankenhauses Fürstenhagen, der 1977 erster Ehrensenator des CCF wurde, diente dem Verein zur Anerkennung. - Mittlerweile hat der CCF rund 30 Ehrensenatoren die den Verein tatkräftig unterstützen.

Man fand auch sehr schnell außerhalb unserer Region Freunde. 1977 nahm man erste Kontakte, über einen Kurgast in Bad Sooden Allendorf, mit den Blauen Funken in Krefeld auf, hieran schlossen sich gegenseitige Besuche und Mitwirkungen an den Programmen wurden zur Selbstverständlichkeit. Mittlerweile pflegt man seit über 25 Jahren freundschaftliche Kontakte mit der Garde des Krefelder Kinderprinzenpaares. So wurde nicht nur der Rheinische Karneval kennen gelernt, sondern auch der Nordhessische Karneval hat, durch die Aktiven des CCF, einen sehr guten Ruf in der Rheinischen Metropole errungen.

Durch Auftritte in Südniedersachsen hat man auch dort feste Freundschaften schließen können. Mit dem Fanfarenzug aus Harste verbinden uns seit 1978 enge Kontakte, die bis heute auf Gegenseitigkeit beruhen. Wir haben dort echte Freunde gefunden.

In der Folgezeit schloss sich der Verein der Interessengemeinschaft Karneval Nordhessen (IKN), dem Karnevalsverband Kurhessen (KvK) und dem Bund Deutscher Karneval (BDK) an. Man richtete nicht nur in deren Namen Tanzturniere und Prunksitzungen aus, selbstverständlich beteiligte man sich auch an deren Veranstaltungen in anderen Orten.

Besonders die Tanzabteilung nahm in diesen Jahren einen enormen Aufschwung und man konnte 1984 erstmals an den Endausscheidungen zur Deutschen Meisterschaft in Bellheim teilnehmen. Dies war ein enormer Ansporn und die Tänzerinnen und Tänzer des CCF waren nun bei vielen Turnieren vertreten und man konnte immer wieder zahlreiche Pokale und Deutsche Meister Titel - Erringen. Aber auch damit nicht genug, teilnahmen an Europameisterschaften mit Platzierungen bis zum 2. Platz runden das Bild ab und legen Beweise vom hohen Leistungsstand im CCF vor. Die Tanzabteilung ist, ohne die anderen Gruppen zu schmälern, heute eine tragende Säule des Vereins, die den Namen des CCF auf vielen Turnieren des BDK und bei Veranstaltungen in Europäischen Nachbarländern immer wieder würdig vertreten. - Abordnungen des CCF gehörten Jahrelang zum Programm der Wiener Faschingsgesellschaft, bei der Verleihung des "Lieben Augustin" in der Wiener Redoute.

Nicht nur die Tanzabteilung vertritt auf auswärtigen Veranstaltungen die Farben des CCF, auch die anderen Gruppen sind in der Region gern gesehene Gäste, bei jeder Art von Veranstaltung.

Mit der  Einführung der Verleihung des Fürstenhagener Schelmenordens in der Session 1983/84 würdigt man, in Gedenken an den Schalkwirt "Krawaller", jedes Jahr einen humoristischen Mitbürger, der auch zur Pflege des karnevalistischen Brauchtums beiträgt.
In der gleichen Kampagne führte man auch die erste "Herrensitzung" durch. Ansätze zu einer Weiberfastnacht hat es immer wieder gegeben. Allerdings erst im Jahre 1992 hatte man einen durchschlagende Erfolg und mittlerweile gehört diese Veranstaltung fest zu unserem Terminplan.

Zum 10-jährigen Bestehen beschloss man den Erwerb einer Standarte, die am 16.01.1982 im Rahmen einer großen Prunksitzung und in Anwesenheit vieler Ehrengäste enthüllt wurde. Sie zeigt das Wahrzeichen des CCF - die Narrenkappe - und die Aufschrift Frohsinn, Humor, Heiterkeit.

Die Zeit zwischen den Kampagnen bleibt ebenfalls nicht ungenützt; ein Leistungsbezogenes Trainingsprogramm, Familienwandertage, Kinder-Spieltage, Jugendveranstaltungen, Grill- und Kinderfeste und eine umfangreiche Jugendarbeit auf allen Ebenen mit Museumsbesuchen, Freizeiten, Busfahrten bieten den über 300 Mitgliedern die Möglichkeit, sich vielfältig zu betätigen.

Der CCF hat schon früh in seiner Vereinsgeschichte den Wert der Gemeinschaft erkannt. Nicht nur die Beitritte zur IKN, dem KvK und dem BDK auf karnevalistischer Ebene bezeugen dies, sondern auch der Beitritt zur örtlichen Dachorganisation der Vereine , der Festgemeinschaft "Lossetal" Fürstenhagen im Jahre 1985 unterstreicht dies.

Alle heimischen Veranstaltungen des Vereins haben in der Mehrzweckhalle stattgefunden, die besonders am Rosenmontag manches Mal zu klein erschien. Leider kann die Mehrzweckhalle nicht die ganzen Bedürfnisse des CCF abdecken. Ein Großteil unserer Gruppen muss aufgrund der Überbelegung, bei den Übungsstunden, sich andere Trainingsmöglichkeiten suchen, aber hiervon ist der CCF in Fürstenhagen nicht allein betroffen.

Seit der Session 1998/99 fand man keinen ortsansässigen Wirt der die Bewirtung der Veranstaltungshalle, der Mehrzweckhalle übernehmen wollte. So blieb dem Verein nichts anderes übrig, als in das Abenteuer Eigenbewirtung zu gehen, was eine enorme Kraftanstrengung für alle Beteiligten bedeutete. Mittlerweile hat sich ein festes Team gebildet welches die Eigenbewirtung professionell durchführt.

Vorsitzende des CCF waren seit seiner Gründung Peter Frankenstein, von 1986 stand Hans Hofmann dem Verein vor, ab 1991 wurde der CCF von Leonhard Kopp geführt von 1995 stand Thomas Steeger dem Verein vor und seit dem Jahr 2006 wird der Verein wieder von Leonhard Kopp geführt.

Fast ebenso wichtig wie die Vorstandsmitglieder sind die Sitzungspräsidenten in einem Karnevalsverein: Dies waren bisher Herbert Eckhardt, Hans Hofmann, Peter Becker, Oliver Stumpe, Karl Heinz Fiege, Thomas Steeger und Leonard Kopp.

Das man auch im Karneval neue, manchmal auch unbequeme Wege gehen muss, dass ist auch das tägliche Geschäft jedes Vorstandes in der Zeit seit seiner Gründung gewesen. Meist fuhr das Narrenshiff des CCF in ruhigen Gewässern aber es hat auch unruhige Zeiten gegeben mit heftigen Stürmen die sicher durch das umsichtige Handeln des Vorstandes und seiner Mitglieder überwunden werden konnten.

Wenn man jedes Jahr zum Elften im Elften ein neues fast vierstündiges Programm auf die Bühne bringen will, muss man seinen Mitgliedern auch außerhalb der Kampagne etwas bieten. So ist der Vorstand und die Gruppen nicht nur mit der Vorbereitung der nächsten Kampagne beschäftigt, er muss auch für die Rahmenbedingungen zwischen den Kampagnen sorgen. Dazu gehört auch die Organisation von außer karnevalistischen Veranstaltungen des Vereins, aber auch der einzelnen Gruppen. Um dies zu gewährleisteten hat man Räumlichkeiten im Bahnhof angemietet. Anfangs nur um nur den ehemaligen Wartesaal um den Fundus zu zentralisieren. Seit 1995 hat man angestrebt weitere Räumlichkeiten dazu zu bekommen. Jetzt hat man den ehemaligen Schalterraum ausbauen können und einen Versammlungsraum installiert wo sich die Gruppen und Mitglieder jederzeit treffen können.

Aber eine Vereinsführung ist nur so erfolgreich wie seine Mitglieder. Beim CCF der ein breitgefächertes Angebot für jeden Geschmack in seinen Reihen führt sind es nicht nur die Hilfsorgane des Vorstandes wie unter anderem der Vergnügungs- und Jugendausschuss, es sind die Gruppen übergreifenden Aktivitäten die zur Vorbereitung einer Kampagne notwendig sind. Ohne die anderen Gruppen schmälern zu wollen ist der Elferrat eine feste Säule im CCF. Dieser ist in der Vorbereitung fast jeder Veranstaltung federführend und dies nicht nur in der Kampagne. Denn nur wenn die Arbeit auf vielen Schultern verteilt werden können kann man so erfolgreich sein wie der CCF es seit seiner Gründung ist.

„Nach der Kampagne ist vor der Kampagne“, dies ist ein Leitspruch den sich jeder Vorstand seit der Gründung in seine Chronik hat schreiben können.